1. Juli 2022

Geschichtsexkursion zur Gedenkstätte Auschwitz

Am 11. Mai 2022 erreichte unsere Gruppe, welche aus 24 Schüler*innen der zehnten und elften Klassen bestand, nach einer fast elfstündigen Fahrt die polnische Stadt Oswiecim. Nach dem Beziehen der Zimmer fand ein gemeinsames Abendessen statt. Anschließend wurde das Programm für die folgenden Tage besprochen. Der erste Tag begann mit der Besichtigung der Synagoge, welche ein jüdisches Museum beherbergt. Im Anschluss erkundeten wir mit einem Rundgang die Stadt Oswiecim. Am Nachmittag folgte eine dreistündige Führung durch das Stammlager Auschwitz I. Dort wurden unter anderem die Gaskammern, das Krematorium sowie die Todesmauer gezeigt. Auch die vielen noch vorhandenen Alltagsgegenstände der dort festgehaltenen Menschen gaben Aufschluss über die damalige Lebenssituation. Aus späteren Gesprächen ging hervor, dass vor allem die Todesmauer, die vielen Sträflingsfotos und die große Menge abgeschorener Haare in den Gedächtnissen der Teilnehmer*innen geblieben sind. Jenes wurde uns nochmal durch die gemeinsame und von uns ungeplante Schweigeminute vor der Todesmauer deutlich. Der zweite Tag startete mit einem Workshop zum Thema „Ein Individuum angesichts der Lagerrealität“, in dem wir uns in Gruppen mit den Gefühlen und den Emotionen der Inhaftierten auseinandersetzten. Nachmittags folgte eine erneut dreistündige Führung durch das Lager Auschwitz- Birkenau. Vor Ort überwältigte uns das Ausmaß des Lagers sowie die Rampe, auf der innerhalb von wenigen Sekunden über Leben und Tod entschieden wurde. Um den 1,3 Millionen Menschen, die dort ihr Leben ließen, zu gedenken, gingen wir die gleichen Wege und zwei Teilnehmer*innen trugen ein Gedicht vor und legten einen Blumenstrauß vor die Gedenksteine. Im abendlichen Plenum wurde deutlich, das uns der Besuch in Birkenau etwas mehr mitgenommen hat als der des Stammlagers. Den dritten Tag verbrachten wir in Krakow. Dort machten wir eine Stadtführung und besichtigten die Drehorte aus dem Film „Schindlers Liste“, den ehemaligen Marktplatz, das Juden Ghetto sowie die älteste erhaltene Synagoge Polens. Das darauffolgende Gespräch mit einer Zeitzeugin, die im Ghetto geboren wurde, aber noch als Säugling in Obhut anderer gegeben wurde und ihre Eltern verlor, war für uns alle sehr berührend. Am 15. Mai 2022 trat unsere Gruppe die Heimreise an. Wir verließen Polen mit neuen Sichtweisen sowie Eindrücken, die uns unser Leben lang begleiten werden. Die Fahrt zeigte uns aber auch, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit des eigenen Landes auseinanderzusetzen.

Wir, die Schüler des Gymnasialen Schulzentrums Wittenburg, bedanken uns herzlich bei der Europäischen Akademie Waren/Müritz, beim Kinder- und Jugendprogramm des Bundes, beim Land M/V und beim Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk für das Ermöglichen dieser aufschlussreichen und beeindruckenden Fahrt.

 

Nele Dietzsch, Lea Matthies

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