30. Juni 2026

Gegen das Vergessen: 10. Klassen forschen zu sowjetischen Kriegsgefangenen

Ein Projekttag der besonderen Art fand am Donnerstag, den 25.06.2026, am gymnasialen Schulteil des GSZ Wittenburg statt. Die SchülerInnen der 10. Klassen setzten sich intensiv mit dem Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener im Zweiten Weltkrieg auseinander. Geleitet wurde das Projekt von Dr. Till Hennings, dem Bildungsreferenten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Workshop startete mit einem informativen theoretischen Input. Dr. Hennigs stellte die Arbeit des Volksbundes vor. Danach erhielten die Jugendlichen einen historischen Überblick über die Situation sowjetischer Kriegsgefangener in Deutschland und speziell in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 1941 und 1945.

Im praktischen Teil wurden die SchülerInnen selbst zu Forschenden. Anhand von schriftlichen Zeitzeugenberichten rekonstruierten sie die Lebenswege einzelner sowjetischer Kriegsgefangener. Sie erarbeiteten die verschiedenen Stationen, den menschenverachtenden Alltag und besondere Ereignisse der Gefangenschaft der sowjetischen Soldaten in Deutschland während des Zweiten Weltkrieges. Die Ergebnisse wurden anschließend präsentiert.

Dem Projekt liegt das didaktische Prinzip „Lernen durch Engagement“ zugrunde. Über biografische Perspektiven und forschendes Arbeiten erhielten die Zehntklässler einen tiefen, emotionalen Einblick in die Verbrechen der NS-Diktatur. Sie lernten dabei, sich handlungsorientiert mit historischen Herausforderungen auseinanderzusetzen.

Diese Veranstaltung war gleichzeitig ein wegweisender Vorbote: Ab dem kommenden Schuljahr 2026/2027 wird an allen weiterführenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ein landesweiter Projekt- und Gedenktag zur verbindlichen Beschäftigung mit dem Holocaust und der NS-Gewaltherrschaft eingeführt. Ziel dieses Gedenktages ist es, die Erinnerung an die Gräueltaten wachzuhalten und die Grundwerte unserer Demokratie nachhaltig im Schulalltag zu verankern. Das GSZ Wittenburg hat hierzu bereits einen starken und wichtigen Beitrag geleistet.

Text: Antje Wienke

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